Kuswenia - Das Dorf der Standhaften |
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In einer Zeit, kurz nachdem seine Heiligkeit Maja durch seine Taten und den Glauben seiner Gefolgsleute in die stolzen Reihen der Götter erhoben wurde, prägte sich der Name eines kleinen Dorfes im Südosten Lodybeydschans tief in die Erinnerungen der Menschen ein. In jenen Tagen, als das Heilige Gottkaiserreich Lodybeydschan noch in seinen Geburtswehen lag, zogen Majas Krieger aus, um das Reich zu festigen und den Menschen den Frieden zu bringen. Einer jener Heerführer war Khoratin Kuswen, Freiherr von Valtschenien, einer der tapfersten und treusten Vasallen Gottkaiser Majas. Das heilige Feuer loderte strahlend in seinem Herzen und sein Schwert verkündete das Wort seiner Heiligkeit mit gesegnetem Glanz. Gegen Orks, Trolle und allerlei anderes unheiliges Gezücht zog er siegreich in die Schlacht und gelangte so bis an die Grenzen des Reiches. Die Nacht brach an, mondlos und dunkler als die Stollen der verderbten Drow. Es schien, als seien die Sterne unter einem schwarzen Tuch verborgen und eine unnatürliche Kälte lähmte die Glieder des Heerzuges. Die Fackeln schienen ihren Glanz zu verlieren und ihr Licht drohte von der Dunkelheit unerbittlich verschluckt zu werden. Dunkler Raureif lag auf der Erde und der Atem von Mensch und Getier begann zu gefrieren. Da machte sich Angst und Mutlosigkeit in den Herzen der Männer breit. Zitternde Leiber und gequälte Geister drängten sich dicht zusammen, während jeden Augenblick die in der Luft liegende dunkle Bedrohung greifbarer zu werden schien. Auch Khoratien spürte die aufkommende Verzweiflung. Doch blieb er stark im Glauben und dies gab ihm die notwendige Kraft sich hoch im Sattel seines stolzen Rappens aufzurichten und mit fester Stimme zu sprechen: Mannen Lodybeydschans, die ihr treu im Glauben steht! Haltet fest an eurer inneren Flamme! Lasst euch nicht von der Kälte und Dunkelheit beeindrucken, denn Maja ist mit uns. Kniet nieder und betet mit mir zu seiner Heiligkeit! Denn er lässt uns nicht im Stich - er wird uns ein Zeichen senden und mit uns unsere Feinde besiegen! Sofort stiegen die Berittenen von ihren Pferden und gemeinsam knieten sie, um Maja zu preisen und im Gebet seinen Segen zu erflehen. Neue Hoffnung und neue Kraft durchfuhr daraufhin die Betenden und als der Heerführer sein Schwert zog und hoch über sein Haupt in den Himmel reckte, erstrahlte es im Glanze Majas. Es durchdrang die Dunkelheit und offenbarte den Männern Lodybeydschans das Grauen. Eine unzählbare Menge an geschundenen Leibern, weder tot noch lebendig, begann sie zu umringen. Hunderte und Aberhunderte dieser Unglückseligen waren von Meistern der dunklen unheiligen Künste aus ihren Gräbern heraufbeschworen und gegen die Männer Khoratin Kuswens in Marsch gesetzt worden. Aussichtslos erschien die Lage, doch im Glanze des heiligen Schwertes erstrahlten in der Nähe die Steine eines Gehöftes, allein und verlassen im Dunkeln. Wie Diamanten funkelte der Quarz in den Mauern und sofort gab der Heerführer den Befehl, sich dorthin zurückzuziehen. Innerhalb der Umzäunung wollten die Majatreuen den Feind erwarten und sich dem Kampf gegen die zigfache Übermacht stellen. So geschah es dann. Majas heiligen Namen laut preisend verteidigten sie das Gehöft gegen die heranbrandenden Wellen der untoten Kreaturen. Ihr Glaube gab Ihnen Mut und Kraft und schützte sie vor den unheiligen Zaubern, die auf sie geschleudert wurden. Viele gute Männer stiegen in jener Nacht in Majas goldene Hallen auf, doch man hielt stand. Als nach Stunden des unablässigen Kampfes die Morgendämmerung nicht mehr fern war, wagte es der getreue Freiherr von Valtschenien und von heiligem Zorn getrieben beschloss er mit zwei Waffenbrüdern einen Ausfall zu riskieren. In ihrem Inneren loderte die heilige Flamme Majas heiß und hell und nichts konnte ihren schwingenden Schwertern widerstehen, bis sie schließlich vor der Wurzel des Übels standen. Eine gesichtlose Kreatur, an Größe einem Troll gleich, stand in einem unheiligen Kreis. Sie lachte und verhöhnte die drei Tapferen, denn sie wähnte sich innerhalb dieses Kreises sicher vor jedwedem Angriff. Doch ihr Lachen wandelte sich in einen entsetzten Schrei, als sich die heilige Klinge Khoratiens mühelos ihren Weg durch den Kreis in das schwarze Herz der verderbten Kreatur bahnte. Noch während der Herr der Nekromaten zu Boden stürzte, zerfielen die meisten seiner untoten Geschöpfe zu Staub. Seine wenigen lebendigen Gefolgsleute flüchteten in wilder Hast, als sie Khoratien Kuswen mit hoch erhobener Klinge stolz und unbeugsam über dem Leichnam ihres Herrn stehen sahen. Khoratien kehrt daraufhin mit seinen Waffenbrüdern im Licht der aufgehenden Sonne zum Gehöft zurück, wo die Überlebenden ihn mit lautem Jubel empfingen. Groß war die Freude und gemeinsam priesen sie Maja und sein Wirken in jener Nacht, als nicht die Stärke der Waffen sondern die Stärke des Glaubens den Sieg davon trug. Jenes alte Gehöft, welches den Majatreuen auf so wunderbare Weise in der dunkelsten Nacht erschienen war, sollte in den kommenden Jahren einigen Überlebenden des Kriegszuges als neue Heimat dienen, denn Maja schenkten ihnen das Land und sie gründeten dort das Dorf, welches heute als Kuswenia bekannt ist. Hier steht noch heute die Statue Khoratien Kuswens, Bezwinger der Dunkelheit und Paladin seiner Heiligkeit Maja als stolzes Symbol der Standfestigkeit aller Majatreuen. Majas Wille war sein Befehl! |